9. November 1989 - Berlin, nun freue dich

Informationen/ Materialien zum Portfolio »9. November 1989« und zur Öffnung der Mauer

Mit den legendären Worten “Das tritt nach meiner Kenntnis …  ist das sofort, unverzüglich” antwortete am Abend des 9. November Günter Schabowski, Mitglied des Politbüros des ZK der SED, auf die Frage eines Journalisten, ab wann die neue Reiseregelung in Kraft trete. Und es setzte eine beispiellose Nacht ein, in der West-Berlin durch die Mauer hindurch von den Ost-Berlinern gestürmt wurde und sie – wie meine Bilder zeigen – entsprechend von den West-Berlinern empfangen wurden.

»Pressemitteilung der ADN-Nachrichtenagentur (DDR) zur Erleichterung der Reisemöglichkeiten für DDR-Bürger«, 9. November 1989Kurz nach der Veröffentlichung in der Berliner Abendschau um 23 Uhr war ich am Grenzübergang Sonnenallee in Berlin-Neukölln, um die endlose Trabbi-Karawane, die sich, aus dem Ost-Sektor kommend, die ganze Nacht Richtung Westen wälzte (und später auch wieder zurück) zu fotografieren. Am 12. November 1989 wurden die Betonelemente der Mauer am Potsdamer Platz entfernt und ein provisorischer Übergang geschaffen und zum 23. November 1989 erfolgte die Öffnung am Brandenburger Tor/ Pariser Platz. Auch diese beiden Ereignisse habe ich fotografisch festgehalten.

Diesen "Zettel" (Pressemitteilung der ADN) hat Schabowski von Egon Krenz am Rande der Sitzung des Zentralkomitees erhalten und auf seiner Pressekonferenz verlesen. Er enthält keinen Hinweis darauf, dass die neue Regelung erst am folgenden Tag, dem 10. November, in Kraft treten soll. Mit der Bekanntgabe dieser Pressemitteilung im Internationalen Pressezentrum in der Berliner Mohrenstraße wird das Signal zur friedlichen Überwindung der Mauer gegeben. Alle Regularien und Vorbehalte, die dieses Papier durchaus noch enthält, werden in den folgenden Stunden ignoriert. Wahrgenommen wird nur die Botschaft: Die Grenze ist offen.

Friedhelm Denkeler, November 2009

 

"Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs’ noch Esel auf." Erich Honecker, SED-Generalsekretär der DDR, am 14. August 1989 aus Anlass der Herstellung eines 32-bit-Chips in der DDR

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Michael Gorbatschow zugeschrieben, 7. Oktober 1989, Generalsekretär des ZK der KP der Sowjetunion

Das tritt nach meiner Kenntnis ...  ist das sofort, unverzüglich.” Günter Schabowski, Mitglied des Politbüros des ZK der SED,  am 9. November 1989 auf die Frage eines Journalisten, ab wann die neue Reiseregelung in Kraft trete

“Es wächst zusammen, was zusammengehört.” Willy Brandt, Bundeskanzler von 1969 bis 1974, im Dezember 1989

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